Mario Götze: Ein Blick durch beide Vereinsbrillen

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Die Meinungen über den Wechsel von Mario Götze zum FC Bayern München sind so weit gespalten, wie sie es nur sein können. Die einen sehen in Mario Götze den neuen Weltstar bei Bayern, die anderen sehen ihn als Verräter. Glücklicherweise haben wir in unserem Autorenteam einen Bayern- und Dortmundfan, die die Sicht der Dinge durch die ihre Vereinsbrille beleuchten werden. Zuerst die Meinung von Fankurve (Bayern), folgend die von Schwalbenkoenig (Dortmund).

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Rot-Weiße Vereinsbrille

23.04.2013 -12.00!
Ich erhalte die offizielle Meldung des FC Bayern, dass Mario Götze im Sommer 2013 ein Roter wird. Was nun? Soll ich mich jetzt freuen oder eher ruhig bleiben als Bayern Fan?
Ich habe das erste getan, und wieso ich als Münchner Pro Mario Götze bin lest ihr in diesem Kommentar!

Mario Götze ist trotz seines jungen Alters mit 20 Jahren enorm erfahren und in Dortmund zu einem Weltklassespieler gereift! Was er in Dortmund und in der Nationalelf leistet, ist momentan aller höchstes Niveau. Er lebt den offensiven Fußball und passt meiner Meinung nach durch seinen Spielstil perfekt in die Philosophie von Pep Guardiola. Zudem kann er jede offensive Position auf dem Spielfeld bekleiden, was ein Arjen Robben leider nicht kann.
Natürlich wechselt er von einem Verein, mit welchem wir seit drei Jahren sportlich und verbal konkurrieren. Aber unsere langjährigen Fehden tragen wir mit Nürnberg und 1860 München aus. Die Ultras aus München sehen Dortmund nicht als ärgsten Konkurrenten nur weil der BVB erfolgreich spielt, sondern eher als einen Konkurrenzantreibenden Protagonist. Außerdem hat sich Mario Götze nie negativ über Bayern geäußert, wodurch man ihn unsympathisch finden könnte! Bei Manuel Neuer war das anders und auch Julian Draxler hat sich durch mehrere Aussagen, wie zum Beispiel “Ich würde nie zum FC Bayern gehen”, selbst auf die Abschussliste der Ultras gebracht. Neuer ist mittlerweile mehr oder weniger integriert und die Fans akzeptieren ihn. Ich erinnere auch an das Beispiel Jens Jeremies. Er kam von 1860 München und entwickelte sich bei uns zur Legende. Er brachte einfach seine Leistung, kämpfte für das Team und ging auch offen auf die Fanszene zu.
Zu ergänzen wäre auch die Herkunft von Mario Götze. Er kommt nicht wie viele Glauben aus Dortmund, nein er kommt aus Memmingen und wuchs in Ronsberg auf. Und das liegt im Allgäu! Klar wurde er in Dortmund ausgebildet und dies zeigt dass auch Dortmund eine klasse Jugendarbeit leistet – Respekt!

Nachdem ich die Nachricht heute Mittag gehört habe kamen die ersten Kommentare wie “Typisch Bayern… Die kaufen wieder den Gegner schwach”. Diese Meinung kann ich nicht teilen. Mario Götze soll Dortmund nicht schwächen – nein er soll Bayern stärken! Er ist der Wunschspieler von Pep Guardiola und wer von euch würde nicht zum FC Bayern wechseln, wenn der beste Trainer dich als Wunschspieler ausgibt?!

Ein weiterer Kommentar ist “€chte Liebe”. Ich musste erst mal drüber schmunzeln, aber eigentlich hat der Verfasser Recht. Jeder Spieler, außer vielleicht Kevin Großkreutz würde bei einem erhöhten Gehalt den Verein wechseln! Die Spieler von lassen sich leicht vom Geld lenken. Aber so ist der Sport und das ist leider auch der moderne Fußball! Doch das macht nicht nur Bayern, sondern Dortmund hat mit Marco Reus vor der Saison einen “Borussia Mönchengladbach Liebling” verpflichtet, der in Dortmund sicherlich zu besseren Konditionen spielen wird. Bei Bayern fällt das wahrscheinlich mehr auf, weil die Transfers viel spektakulärer sind. Lasst Götze kommen, lasst ihn spielen und bildet euch dann eure Meinung. Mit einem Tiki-Taka geprägten Fußballspiel nächste Saison wird Bayern hoffentlich wieder Massen begeistern, wozu Mario Götze ein Teil beitragen wird. Beide Seiten müssen es akzeptieren und jeder sollte glücklich sein. Dortmund bekomm eine Top Ablöse von ca. 37 Millionen € und Bayern einen Top Spieler!

Schwarz-Gelbe Vereinsbrille

Er hätte eine Dortmunder Legende werden können, werden sollen. Dann klopfte dieser eine Verein aus dem Süden Deutschlands an die Tür, und wie so viele vor ihm wird auch Mario Götze schwach. 20 Jahre jung, 37 Millionen Euro wert; das sind Zahlen die sich durchaus sehen lassen können. Für ihn persönlich, den Jungen, der in  der Dortmunder Jugendakademie aufwuchs, mag die Zukunft nun rosig erscheinen.  Und trotzdem sollte man sich fragen, was eines Tages von all dem bleiben wird und welche Auswirkungen dieser Transfer eigentlich hat. 

Man muss kein gläubiger Christ sein, um zu wissen auf welche Art und Weise Jesus von Nazareth gestorben ist. Im Markusevangelium wird beschrieben, wie der jüdische Wanderprediger auf Befehl des römischen Präfekten Pontius Pilatus von römischen Soldaten gekreuzigt wird. Doch bevor das geschehen kann, muss Jesus an die Römer ausgeliefert werden. Im 14. Kapitel desselben Buches ist von Verrat die Rede. Jesus, dessen Predigten und extreme Popularität beim Volk den Römern schon länger ein Dorn im Auge sind, wird von einem seiner Jünger verraten. Und auch wenn man die Geschichte wirklich noch nie zuvor gehört haben sollte, dann wird man dem Namen dieses Jüngers wahrscheinlich doch schon ein Mal über den Weg gelaufen sein, wenn auch in einem anderen Zusammenhang. Denn es ist ein Name, der jetzt auch wieder häufig genannt wird, direkt nach dem Wechsel Götzes zum FC Bayern. Die Rede ist von Judas.

Natürlich ist es falsch, einen 20-jähringen Fußballprofi mit dem wahrscheinlich größten Verräter der Menschheit zu vergleichen oder ihm sogar den selben Namen zu geben. Natürlich ist es falsch und unangebracht, hier überhaupt über die Bibel zu sprechen, geht es doch nur um Fußball, und Mario Götze hat ja niemanden an die Römer ausgeliefert und niemand soll am Ende hier gekreuzigt werden. Und doch ist es vielleicht der richtige Ansatz, um die Dinge, die sich in den letzten 48 Stunden im deutschen Fussball abgespielt haben, verarbeiten zu können. Wir sprechen von Borussia Dortmund; einem Verein aus dem Ruhrgebiet, wo Fußball fast schon den gleichen Stellenwert wie Religion eingenommen hat, wenn das nicht schon längst passiert ist. Und doch soll hier nichts überdramatisiert werden, schließlich ist der besagte Spieler ja nicht zum verhassten Nachbarn aus Gelsenkirchen gewechselt. Aber irgendwie scheint die Rivalität zwischen Dortmund und den Bayern in diesen Tagen ebenso ausgeprägt zu sein, wie die zwischen Schwarz-Gelb und Königsblau. Die letzten zwei Jahre, in denen Dortmund sich mit zwei Meisterschaften und einem Pokalsieg dazu aufmachte, langfristig zum ernsthaften Konkurrenten des FCB zu avancieren. All die Nickligkeiten in den deutschen Medien, all der Neid des Rekordmeisters und die Worte, denen die Bayern in Form von Transfers Taten Folgen ließen. Viele dachten, dass Dortmund nun wirklich Chancen hätte, sich dauerhaft an der Spitze des deutschen Fußballs zu etablieren. Und so bekam der BVB den Bayern ein Dorn im Auge. Und irgendwie scheint der Vergleich doch nicht mehr so weit hergeholt. Irgendwie kann man nun verstehen, warum im Dortmunder Lager von “Verrat” gesprochen wird. Die Fans in Dortmund wissen, wie es dem HSV ergangen ist, dem SV Werder Bremen, der TSG 1899 Hoffenheim, oder sogar dem Nachbarn aus Gelsenkirchen. Irgendwie kann man sie jetzt verstehen, die Fans des BVB.

Manuel Neuer, Dante, Daniel Van Buyten, Luis Gustavo, Claudio Pizarro, Mario Gomez. Jene Spieler des FC Bayern sind es, die der Verein verpflichtet hat, mit dem primären Gedanken, den jeweilien Ligakonkurrenten entscheident zu schwächen. Nun darf Mario Götze zu dieser Liste an Spielern hinzugefügt werden, wahrscheinlich auch noch Robert Lewandowski. Der Plan der Bayern, den anderen deutschen Champions League Halbfinalisten nun genauso “auszuschalten”, wie so viele Vereine aus der Bundesliga zuvor, scheint Form anzunehmen. Der FC Bayern sieht das natürlich anders. In der sportlich womöglich erfolgreichsten Saison der Vereinsgeschichte, zumindest sieht es zum jetzigen Zeitpunkt stark danach aus, kann auch die Steueraffäre des Uli Hoeneß die ach so tolle Suppe nicht versalzen. Die Meisterschaft schon sicher, im DFB-Pokal im Finale, in der Champions League wahrscheinlich auch, nach dem Hinspiel Festival gegen den FC Barcelona. Zur neuen Saison kommt Pep Guardiola, und jetzt noch der Einkauf eines jungen deutschen Nationalspielers, der schon jetzt das Potential zum Weltstar besitzt. Für viele sieht es wieder so aus, wie es auch Jürgen Klopp beschrieben hat; als dass die Bundesliga eher schottischen Verhältnissen ähneln würde als spanischen.

Mario Götze hätte sich einreihen können bei den ganz Großen im Verein. Sie hätten ihn eines Tages in einem Atemzug genannt, mit Legenden wie Norbert Dickel, Michael Zorc oder, sehr wahrscheinlich auch, Sebastian Kehl. Er war schon jetzt Topverdiener dieser Spitzenmannschaft, eine der stärksten, die der Verein je gesehen hat. Fünf Millionen Euro im Jahr und das mit 20 – viele Studenten leben mit dem Alter noch zu Hause, nicht nur aufgrund von Geldsorgen. Jetzt bei Bayern wird er etwa zwei Millionen Euro mehr pro Jahr verdienen, doch sind es diese zwei Millionen wirklich wert zu wechseln? Angeblich soll Götze ja wechseln, weil er unbedingt mit Guardiola zusammenarbeiten möchte. Diese Chancen sollen ja nur ein Mal im Leben kommen, nicht wahr? Der Trainer, der den FC Barcelona zur besten Fußballmannschaft der Welt formte; wer würde sich das schon entgehen lassen. Für Mario Götze so scheint es, bei all dem Talent, ist dies genau der richtige Schritt in der Entwicklung. Doch was für eine Entwicklung plant der Jüngling für seine Zukunft? Will er Lionel Messi nacheifern und Weltfußballer des Jahres werden? Oder geht es für ihn darum, so viele Titel wie möglich zu sammeln in seiner Karriere? Vielleicht möchte er ja doch als Legende des Fußballsports in die Geschichtsbücher eingehen. Doch ist der FC Bayern München dann wirklich der richtige Schritt? Zu wenige Ex-Münchener bleiben tatsächlich in Erinnerung. Da wären Namen wie Franz Beckenbauer, Gerd Müller, Mehemt Scholl, Jens Jeremies, Steffan Effenberg. Parallelen zu Götze sind so gut wie nicht erkennbar. Natürlich will er Publikumslieblings werden in der Allianz Arena. Doch geht das überhaupt? Bei der Anzahl an Spielern, die der Verein jede Saison holt, fällt es schwer für den durchschnittlichen Fan noch mitzukommen. Die Bayern gewinnen ja eh, wirkliche Identifikationsfiguren gibt es kaum.

Dem gegenüber steht Borussia Dortmund. Die besten Fans der Liga erinnern sich noch an schwere Zeiten ihrer Mannschaft. Als Meisterschaft und Pokalsieg Lichtjahre entfernt schienen. Als fast schon für die zweite Liga geplant werden musste. Und trotzdem gingen sie ins Stadion. 80.000 Menschen, alle zwei Wochen. Sie lieben ihre Helden. Spieler wie Sebastian Kehl, der sich in damals vor der Saison 2001/2002 für Borussia Dortmund und gegen den FC Bayern München entschied und seit dem das Trikot der Borussia trägt. Die Fans hatten gehofft, dass Mario Götze seine Wurzeln nicht vergessen würde und sich an das erinnern könnte, was er dem Verein zu verdanken hat. Aber wahrscheinlich ist Geld oder das Streben danach, erfolgreicher zu sein als jeder andere, in der heutigen Gesellschaft größer als andere. Vielleicht wird Mario Götze ein Mal zurückblicken, mit 35 oder 40, nachdem er seine Karriere beendet hat. Vielleicht wird er den Wechsel sorgen bereuen, weil er endlich verstanden worum es im Leben geht. Erfolg und Geld sind eine Sache, Ehre eine andere. Im Ruhrgebiet versteht man das eher als in München.

Borussia Dortmund hat nun das Spiel gegen Real Madrid vor der Brust. Vielleicht braucht die Borussia Götze um zu gewinnen, vielleicht braucht sie ihn nicht. Ich pflege keinen Hass gegen den Menschen Mario Götze, warum sollte ich auch. Trotzdem wäre ich gerne im Stadion gegen Madrid um als einer von 80.000 den Spieler Mario Götze auszupfeifen. Weil wir beim BVB verstanden haben, worauf es ankommt. Stolz, Ehre und Ehrlichkeit sind eben doch größer als Erfolg oder Geld, auch wenn ein 20-jähriges Jahunderttalent, dass gerade für 37 Millionen Euro zum besten Verein in Deutschland gewechselt ist, das vielleicht anders sieht. Ich hoffe für ihn, dass er eines Tages mal zu der Einsicht kommen wird, die die Fans bei Borussia Dortmund schon lange innehalten.

(Foto flickr.com foto-metkemeier.de)

12 comments to Mario Götze: Ein Blick durch beide Vereinsbrillen

  • Patriguez  says:

    “Manuel Neuer, Dante, Daniel Van Buyten, Luis Gustavo, Claudio Pizarro, Mario Gomez. ”

    Wie bitte?!
    1.) Neuer wurde geholt um die offensichtliche Problematik, die mehrere Jahre auf der TW-Position herrschte zu lösen.
    2.) Dante wurde transferiert, da die IV auch nicht immer sattelfest war. Der “Export” von Reus hatte vermutlich auch das Ziel, die Gladbacher als CL-Platz-Konkurrenten zu schwächen, oder?
    3.) Gustavo wurde als Ersatz für einen alternden MvB geholt.
    4.) alle übrigen sind aus ähnlichen, fussballerisch sinnvollen Gründen geholt worden und haben gewichtige Rollen gespielt und nicht etwa auf der Tribüne gesessen.

    Wenn der BVB nen Spieler holt ist das auch gleichzeitig für den abgebenden Verein kein Segen…aber das vergisst man dann und findet es “brutal geil” und “wahre Liebe”-mäßig…

    • Mal ohne Brille :)  says:

      Dann nenn doch bitte noch : Podolski, Schlaudraff, Baujohann, Olic, Borowski….
      Das waren ja total die ”Verstärkungstransfers” ^^
      Natürlich schwächt ein Abgang eines guten Spielers die Mannschaft, aber man muss doch stark zwischen der Relation von Selbstverstärkung und Schwächung differenzieren !!!
      Oben genannte Fälle sehen halt mehr wie Schwächungen als ein Wirklicher Toptransfer aus oder? :)

      • Hompster  says:

        Klar, der FCB hat Podolski geholt, weil man Angst vor Köln hatte und Schlaudraff, weil Aachen gefährlich wurde. Unglaublich, was sich da manche zusammenreimen. Bis auf Olic konnten sich alle nicht durchsetzen und waren schnell wieder weg, meistens schon nach einem Jahr. D.h. die Spieler haben nicht überzeugt und durften gehen, sie mussten nicht auf der Bank versauern. Im Fall Borowski und Podolski sogar wieder zum gleichen Verein. Kölle hat man sogar dabei geholfen, den Transfer überhaupt zu stemmen. Auch hier kann ich wieder nur sagen: zum Transfer gehören zwei und seine Chance hat jeder der genannten Spieler bekommen. Olic ist übrigens ablösefrei gekommen, wurde zum Publikumsliebling und hat wichtige Tore gemacht, an die sich FCB-Fans heute noch erinnern. So sieht die Realität aus.

  • Patriguez  says:

    “Bei der Anzahl an Spielern, die der Verein jede Saison holt, fällt es schwer für den durchschnittlichen Fan noch mitzukommen. Die Bayern gewinnen ja eh, wirkliche Identifikationsfiguren gibt es kaum.”

    Ein großer Teil der Mannschaft kommt aus der eigenen Jugend: u.a. Schweinsteiger, Lahm, Alaba, Badstuber, Müller….Ribery ist über 6 Jahre da…Robben auch 4….usw….soweit ich weiß, holt der BVB auch jedes Jahr neue Spieler…beide Vereine machen das aber nicht nach dem Prinzip Magath…
    Ich hatte auf einen Beitrag aus der schwarz-gelben Sicht gehofft, der als Basis ne fundierte Fussballkenntnis hat…dies ist mitnichten so. Schade.

  • Patriguez  says:

    “Zu wenige Ex-Münchener bleiben tatsächlich in Erinnerung. Da wären Namen wie Franz Beckenbauer, Gerd Müller, Mehemt Scholl, Jens Jeremies, Steffan Effenberg. ”

    Maier, Schwarzenbeck, Lizarazu, Kahn…uvm…DU kennst die nur nicht…von den ganzen “Ex-nicht-FCB-spielern” sind zusammen nur ne handvoll im Gedächtnis geblieben…Netzer +4-5 andere…also auch nicht sehr sinnvoll als Argument…

  • Patriguez  says:

    “Spieler wie Sebastian Kehl, der sich in damals vor der Saison 2001/2002 für Borussia Dortmund und gegen den FC Bayern München entschied und seit dem das Trikot der Borussia trägt. ”

    kehl stand schon beim FCB im Wort und ist für mehr Geld zum BVB gewechselt, soweit ich mich erinnere…das ist doch nicht gut, dachte ich…was denn nun?

  • Marko  says:

    Stark geschrieben ! Respekt !

  • Christian  says:

    Wäre alles nicht so drama wenn die BVBler sich selbst nicht immer als “die besten Fans” bezeichnen und die “Echte Liebe” predigen (umkehrschluss: bei allen anderen ist es falsche liebe?!) würden. Bei dem ganzen geblubbel wird dann leider vergessen, dass auch der BVB nach den Regeln des modernen Fußball spielt. Dann muss mich sich nicht mit leeren worte wie “Ehre” und “stolz” schmücken.

  • Hompster  says:

    Ich kann dieses Geblubber der BVB Fans auch nicht mehr hören. Bloß weil es im Stadion ein wenig leiser ist, sind Bayernfans trotzdem mit dem Herzen dabei. Wir machen halt nicht immer auf Ersatzreligion und die ewigen Underdogs, was im Falles des Rekordmeisters auch ein klein wenig geheuchelt wäre. Fakt ist, dass der BVB Reus von Gladbach so geholt hat, wie Bayern Götze: per Ausstiegsklausel und ohne Kontakt zum Verein. Gerade an den zweiten Teil kann sich Watzke natürlich plötzlich nicht mehr erinnern. Das überseht ihr schwarzgelben Romantiker natürlich gerne, weil Reus ja unbedingt nach Dortmund wollte.

    Im Fall Reus hat der Tabellenerste dem Tabellenvierten eines der größten Talente in Deutschland weggekauft. Watzke hat exakt das gemacht, was dem FCB vorgeworfen wird. Das werdet ihr nun auf immer und ewig unter die Nase gerieben bekommen, also vergesst dieses Argument mit dem Wegkaufen einfach. Aktuell ist in der Presse, dass der BVB Interesse an Herrman – dem zweiten großen Talent von Gladbach – und an Son – dem wohl größten Talent beim HSV – hat. Vergesst es einfach!

    Fakt ist auch, dass eine Ausstiegsklausel wohl immer auf Wunsch des Spielers im Vertrag steht. D.h. Götze wollte diese Option und hat sie gezogen. Wenn Götze es nicht gewollt hätte, wäre nichts passiert. Der FCB kann keine Spieler wegkaufen, die nicht den Verein wechseln wollen… Und ich denke das tut den BVB Fans am meisten weh: das man an Götze oder auch Lewandowski sieht, das der BVB für Topleute nun mal nicht der attraktivste Verein in Deutschland ist. Da bleibt euch halt nur eure Ehre und wahre Liebe…

    Am lächerlichsten ist dieses Geblubber, dass Götze nur wegen des Geldes wechselt. Als ob der BVB nicht hätte mit sich reden lassen, wenn Götze von dem Angebot erzählt hätte und gesagt hätte: Jungs, gebt mir ne Mille mehr und ich sag den Bayern ab. Auch das ist wieder ein Scheinargument, weil man sich selbst nicht eingestehen will, dass der FCB der insgesamt attraktivere Verein ist. Ihr habt eure Gelbe Wand, der FCB spielt langfristig national und international oben mit. D.h. wer sich von den Fans bejubeln lassen will, der geht zum BVB, wer möglichst jedes Jahr in der CL auflaufen will, der geht zum FCB. Dieser Punkt wird immer unterschlagen: beim FCB gibt es nicht nur Geld und nationale Titel, sondern man kann sich Jahr für Jahr international mit den besten Mannschaften Europas messen. Das ist der Hauptgrund, zum FCB zu gehen, gegen Buli-Teams kann man in jedem anderen Verein auch kicken. Bei euch kann man zur BVB-Legende werden, beim FCB zum internationalen Star. Das internationale Prestige des FCB ist um Welten größer, als das des BVB, das ist nun mal Fakt.

    Das ist etwas, was ihr BVB Fans niemals verstehen werdet: Spieler sind – bis auf einige Ausnahmen wie z.B. Großkreutz – keine “wahren” Fans. Die haben eigene Ziele und Vorstellungen für ihre Karriere. Das ist wie in der Wirtschaft: Man kann sich in der aktuellen Firma sehr wohl fühlen, aber wenn eine Firma mit besseren Karriereoptionen ein Angebot macht, werden die meisten – vor allem unter den Topleuten – wechseln. Und ich sage hier absichtlich Karriereoptionen und nicht Gehalt.

    Und noch eines zum Schluss: Ein Ribery hätte nach seinem Durchbruch bei den Bayern z.B. nach Spanien gehen können und da sicher mehr verdient – hat er aber nicht gemacht. Von den Bayern geht eigentlich keiner weg, der es nicht muss, auch nicht ein Phillip Lahm, auf seiner Position wohl der beste Spieler der Welt. D.h. ihr haltet euch für die besten und tollsten, aber es ist eben Fakt, dass Topleute den BVB verlassen und beim FCB bleiben, obwohl sie woanders mehr verdienen könnten. Wie passt das zu dieser dämlichen Argumentation, dass der FCB nur wegen der Kohle attraktiv ist? Ein Ribery, diese Saison wohl bester Spieler in der Liga, liebt den Verein und würde seine Karriere gerne hier beenden. Wie passt das zu dieser Argumentation?

  • fvbmmnm  says:

    Den ersten Beitrag hab ich gerne gelesen. Im zweiten hat aber dieser unterschwellige Hass (vllt. auch Neid) den kompletten Text lächerlich gemacht. Sorry liebe BvB’ler aber das ist armselig. Bayern vorwerfen vorsätzlich Gegner “kaputtzukaufen”. Das macht jeder mit kleineren Vereinen, Bayern hat sich halt erarbeitet das in größeren Dimensionen machen zu können. Aber als einer der “besten Fans Deutschlands” kann man sich das ja erlauben. Ihr bekommt für Götze mehr als genug Geld, wenn ihr danach trotzdem wieder abstürzt seid ihr selber Schuld!

  • _ME_  says:

    “Mario Götze hätte sich einreihen können bei den ganz Großen im Verein. Sie hätten ihn eines Tages in einem Atemzug genannt, mit Legenden wie Norbert Dickel, Michael Zorc oder, sehr wahrscheinlich auch, Sebastian Kehl.”

    Dieser Satz zeigt wie Lächerlich der Gedanke ist Mario Götze könnte langfristig beim BVB bleiben. Mit seiner Veranlagung sollte der Anspruch sein in einem Atemzug mit Namen wie: Messi, Ronaldo, Zidane, Matthäus, Pele, Beckenbauer und G.Müller genannt zu werden und nicht Zorc und Dickel. Der Junge hat Weltstarpotential und ist kein regionales Phänomen.

  • eatsleepgofishing  says:

    Ich hatte den BVB Artikel noch gar nicht fertig gelesen als ich obiges geposted habe. Das wird im Folgenden ja immer noch lächerlicher. Da ist quasi jeder Satz falsch.

    Und das Zitat zeigt mal wieder was die “besten Fans der Welt” ausmacht:

    “Trotzdem wäre ich gerne im Stadion gegen Madrid um als einer von 80.000 den Spieler Mario Götze auszupfeifen.”

    Da wird M. Götze vorgeworfen er hätte vergessen was er dem BVB zu verdanken hat. Wenn ich obiges Zitat lese ist das wohl eher andersrum, da haben wohl einige vergessen was sie M. Götze zu verdanken haben.

    Da bin ich lieber kein “bester Fan der Welt”, sondern ein “Erfolgsfan” und heiße ehemalige verdiente Spieler wie z.B. Brazzo, Olic, Miro, oder, oder herzlich bei uns willkommen und danke ihnen für die in der Vergangenheit erbrachten Leistungen für meinen Verein.

    Solche Charaktere sind mir dann doch lieber als wortbrüchige Gesellen wie Vidal oder Kehl.

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