Die besten Absteiger aller Zeiten

Die besten Absteiger aller Zeiten
Die besten Absteiger aller Zeiten

Für den 1.FC Köln und Hertha BSC war es ein Jahr zum vergessen. Köln stieg durch ein 1:4 am letzten Spieltag gegen Bayern München direkt ab, Hertha BSC scheiterte in der Relegation an Fortuna Düsseldorf und dem DFB-Bundesgericht. Das Image beider Vereine wurde extrem beschädigt. In Köln fiel man durch undisziplinierte Fans und Chaos im Vereinsvorstand auf, bei Hertha BSC war es im Vorstand ähnlich chaotisch und auch die Fans verhielten sich in Düsseldorf nicht vorbildlich. Beide Vereine hatten nicht mehr die besten Argumente , um ihre Leistungsträger zu halten. Das geschadete Image des Vereins, die finanzielle Situation und auch die sportliche Perspektive sind Gründe, warum viele Spieler die Absteigerteams verlassen haben.

Man mag es kaum glauben, aber die diesjährigen Absteiger stellen sich als echte Fundgrube für Spitzenklubs heraus. Beim 1.FC Köln war schon länger klar, das Publikumsliebling Lukas Podolski zum FC Arsenal nach London wechselt. Für geschätzte zwölf Millionen Euro ein sehr lukratives Geschäft für die Domstädter. Auch auf Seiten der Hertha konnte man seinen besten Spieler für viel Geld loswerden. Raffael wechselte für acht Millionen zum ukrainischen Verein Dynamo Kiew und könnte bei sportlichem Erfolg noch ein paar Bonuszahlungen in die klamme Kasse der Hauptstädter spülen.

Soweit so gut und keine großen Überraschungen. Bei den nächsten Transfers ist es nicht ganz eindeutig, ob die Spieler wirklich die Klasse haben, um bei einem Topklub unterzukommen, oder ob es an Ex-Trainern liegt, die ihre Schützlinge zum nächsten Verein mitnehmen. Vielleicht stellen sich die folgenden Neuzugänge auch einfach nur als Fehlinvestition heraus. Es handelt sich um höchst interessante Wechsel.

England bedient sich bei Köln

Gleich drei Spieler des 1. FC Kölns sieht man nächstes Jahr in der Premier League oder der zweiten Liga Englands kicken. Der schon angesprochene Lukas Podolski ist mit seinem Wechsel der prominenteste Vertreter. Mit Sascha Riether bekommt die Premier League noch einen ehemaligen Kölner hinzu. Der FC Fulham sicherte sich die Dienste des 29-Jährigen erst einmal auf Leihbasis, besitzt dennoch eine Kaufoption. “Ich freue mich auf die neue Herausforderung bei Fulham FC und auf den englischen Fußball”, sagte Riether nach dem Wechsel. Ob der zweimalige Nationalspieler den Anforderungen gerecht wird ist fraglich, wurde er doch bei Felix Magath in Wolfsburg aussortiert. In Köln spielte er zwar 33 Mal von Beginn an, seine Leistungen waren aber eher mittelmäßig. Vielleicht ist der Wechsel Sascha Riethers neuem Trainer Martin Jol geschuldet, der ihn noch aus guten Wolfsburgern Zeiten in Erinnerung hat.

Der letzte Spieler des Kölntrios ist Slawomir Peszko. Der Pole wird zunächst an die Wolverhampton Wanderers ausgeliehen. Der englische Zweitligist besitzt ebenfalls, wie bei Sascha Riether, eine Kaufoption. Trainiert wird Wolverhampton von Stale Solbakken. Der norwegische Trainer betreute die Kölner in der vergangenen Saison noch, bis sich der Klub vier Spieltage vor Saisonende von ihm trennte. Solbakken kann Peszko natürlich sehr gut einschätzen und weiß um dessen Stärken. Slawomir Peszko wird es erst einmal einfacher haben als Sascha Riether, weil er eine Liga tiefer spielt und Solbakken als Vertrauten hat, der auf ihn setzt. Doch der 27-Jährige Mittelfeldspieler sollte besonders in England sein öffentliches Auftreten ändern. Dort kommt es nicht so gut an, wenn man wegen Trunkenheit in eine Ausnüchterungszelle gesperrt wird.

Lange stand auch ein Wechsel von Pedro Geromel zu den Wolverhampton Wanderers im Raum. Dem Portugiesen schien die zweite englische Liga dann doch etwas zu unattraktiv und entschied sich für den aktuellen Europa League Sieger Atlético Madrid. Gute Eigenwerbung machte Geromel letztes Jahr nicht. Umso überraschender kommt dieser Wechsel zu stande. Köln kassierte mit Geromel in der Verteidigung 75 Gegentore. Trotzdem scheint Geromel dem spanischen Topklub 3,5 Millionen Euro wert zu sein. Wahrscheinlich wird der Verteidiger erstmal direkt an den FC Sevilla weiterverliehen, um dann im nächsten Jahr nach Madrid zurück zukehren. Trotzdem alles besser als deutsche Zweitligatristesse.

Auch Hertha BSC gibt seine Spieler an internationale Vereine ab

Nach dem langem Hin und Her hat Hertha ihn dann doch lukrativ loswerden können. Raffael für acht Millionen in die Ukraine war wohl einer der spektakulärsten Transfers in Herthas Vereinsgeschichte. Der Brasilianer spielt nun in der Championsleaguequalifikation gegen Borussia Mönchengladbach . Mit zwei guten Spielen kann er seinen Traum von der Königsklasse verwirklichen. Auch Christian Lell kann vom internationalen Geschäft träumen. Ablösefrei wechselte er zum spanischen Klub UD Levante. Er muss noch die Qualifikation zur Europa-League-Gruppenphase übertsehen. Mit dem schottischen Vertreter FC Motherwell wartet ein machbarer Gegner. In Levante wird er unter anderem mit Theofanis Gekas zusammen spielen.

Etwas unspektakulärer war dabei der Wechsel von Patrick Ebert zum spanischen Aufsteiger Real Valladolid. Der Publikumsliebling wechselte ebenfalls ablösefrei. Lange kursierten Gerüchte von Wechseln zu den englischen Vereinen Everton oder Aston Villa. Für viele schien das unrealistisch. Zum ganz großen Verein hat es für Ebert dann wirklich nicht gereicht. Trotzdem kann sich der 25-Jährige, der lange als großes Talent galt und oft durch Verletzungen zurück geworfen wurde, auf eine neue Herausforderung freuen. Er wird wahrscheinlich wieder gegen den Abstieg spielen, er hat aber die Möglichkeit sich noch mal für höhere Aufgaben zu empehlen.

Kaiserslautern darf man nicht vergessen

Der dritte Absteiger Kaiserslautern ließ ebenfalls Spieler zu prominenten Vereinen ziehen. Oliver Kirch, 29, wechselte etwas überraschend für 350.000 Euro zum deutschen Meister Borussia Dortmund. Er wurde als Back-Up für Łukasz Piszczek auf der rechten Verteidigerseite geholt. Kirch ist eigentlich gelernter Mittelfeldspieler, ließ sich aber von Jürgen Klopp für diese Aufgabe überreden und spielt diese Saison Championsleague. Auch Olcay Sahan ging zu einem deutlich besseren Verein. Besiktas Istanbul, einer der besten Vereine in der Türkei, zahlte 750.000 Euro für den Offensivspieler. Sahan ist zwar gebürtiger Düsseldorfer, besitzt aber einen türkischen Pass und wird sich schnell an die türkische Mentalität gewöhnen. Er wird in den nächsten Jahren um die Meisterschaft mitspielen.

Bei so mancher Personalpolitik in dieser Sommerperiode konnte man sich schon mal verwundert die Augen reiben. Auf wilden Spekulationen folgten überraschende Transfers. Abwarten heißt die Devise wie sich die Neuzugänge der Klubs schlagen. In den letzten Jahren kam es ebenfalls zu sehr großen Transferüberraschungen. Bestes Beispiel hierfür ist der Japaner Shinji Kagawa, der jetzt bei Manchester United spielt.

One comment to Die besten Absteiger aller Zeiten

Leave a reply

*

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>